
Die vielen Gesichter des Schweizerhofs
An der Stelle des heutigen Green House stand im Jahre 1835 ein einstöckiges Fachwerkhaus mit Satteldach. Das Objekt auf der damaligen Pragerstrasse trug den Namen Säuerling Haus. 15 Jahre später jedoch besaß das Haus keine Kennzeichen von Fachwerkarchitektur mehr und neben baulichen Veränderungen erfuhr das Haus auch eine Änderung des Namens auf Schweitzer Hof. Also nicht Schweizer Hof, wie man ihn später nannte. Was bedeutet das zusätzliche „t“? Vermutlich hängt die Bezeichnung mit Viehhaltung zusammen, denn das Wort schweitzen bedeutet melken.
Im Laufe der Zeit wurden auf dem Grundstück die Villen Tschamerhöhl und Minerva, ein Kaffeehaus mit Musikbühne und andere kleinere Objekte erbaut. Im Jahr 1944 kaufte Karl Selinger das gesamte Gelände mit Ausnahme der Villa Minerva. Während des Kriegs diente Švýcarský dvůr (Schweizerhof) als SS-Reservelazarett, nachher wurde das Haus von der Roten Armee besetzt. Nach dem Krieg befand es sich in einem sehr verwahrlosten Zustand und wurde auf Grund der Beneš-Dekrete konfisziert.
Sanssouci mit Meeresatmosphäre
Nach einer 58 Jahre langen Pause wurde Sanssouci als das erste Kurhotel im ganzen Kurdreieck eröffnet. Das letzte Hotel, das vor ihm erbaut wurde, war im Jahr 1912 das Hotel Imperial.
Der Vertrag über seinen Bau wurde am 2. Juni 1968 unterzeichnet, im Oktober desselben Jahres hat man mit Erdarbeiten begonnen. Dieses Haus, das die Atmosphäre eines Seebads ausstrahlt, in dem alle Zimmer über einen großflächigen Balkon mit wunderschönem Ausblick auf das Tal mit dem Fluss Teplá verfügen, wurde am 29. Mai des Jahres 1970 in Betrieb genommen.
Für die damaligen Verhältnisse dauerte der Bau nicht lange, fertig gestellt wurde dieses Objekt nach nur 18 Monaten. Die Studie zu diesem Vorhaben wurde von Arch. Ing. Jiří Martínek aus Zdravoprojekt Praha erstellt, das eigene großzügige Projekt war das Werk der jugoslawischen Architekten Bogdan Čosič und Milena Janič. Die Bauarbeiten übernahm die jugoslawische Firma 7. Juli Beograd. Interessant ist, dass dieses Vorhaben von einem wirklich internationalen Team von Subunternehmern umgesetzt wurde: Zehn davon waren aus Jugoslawien, drei aus der damaligen ČSSR, zwei aus Österreich und einer aus der BRD. Die Gesamtkosten bewegten sich um zwei Millionen Dollar. Die bebaute Fläche betrug 1 530 m². Alle Geschosse zusammen umfassten 14 045 m².
Die Zimmerkapazität des neuen Kurbetriebes betrug 185 Betten – 101 Einbettzimmer, 30 Zweibettzimmer und 12 Appartements. Der Speisesaal war für insgesamt 320 Gäste ausgestattet, Nebenräume für hundert Mitarbeiter standen auch zur Verfügung.
Seit dem Jahr 1999 ist der Inhaber dieses Objektes die Gesellschaft Imperial Karlovy Vary, seit 15. April 2009 ist es fester Bestandteil des Spa Resorts Sanssouci.

Der Schweizer Hof
heute
Seine heutige Gestaltung erhielt Švýcarský dvůr (Schweizer Hof) in zwei Bauetappen. Das erste Gebäude wurde 1950 erbaut und ursprünglich für das Kurpersonal vorgesehen. Švýcarský dvůr (Schweizer Hof) gehörte dem Staat und zum Kursanatorium Imperial. Fertig gestellt wurde ein nachfolgender Zubau und das Haus wurde am 10. Oktober 1969 feierlich eröffnet. Im November desselben Jahres trafen die ersten Patienten ein.
Das Kursanatorium Švýcarský dvůr (Schweizer Hof) gehört seit 30. Juni 2000 der Aktiengesellschaft Imperial Karlovy Vary. Seit 15. April 2009 ist es fester Bestandteil des Spa Resorts Sanssouci.
